Focus Izalco Max 8.8 Shimano 105 (2024)

Focus Izalco Max 8.8 Shimano 105 (2024)

Mein erster Eindruck

Als ich das Focus Izalco Max 8.8 zum ersten Mal sah, hatte ich sofort diesen Gedanken: „Das ist ein Rad, das Geschwindigkeit förmlich ausstrahlt.“ Die klaren Linien, der schlanke Carbonrahmen und die tiefen Laufräder vermitteln schon im Stand den Eindruck, als wolle es jeden Moment lossprinten. Man spürt sofort, dass dieses Rennrad nicht für gemütliche Ausfahrten gebaut wurde, sondern für Fahrerinnen und Fahrer, die das Kribbeln im Bauch suchen, wenn das Tempo steigt und die Straße vor einem wie ein Band aufgeht.


Ausstattung & technische Daten

Beim Izalco Max 8.8 handelt es sich um ein modernes Rennrad, das auf Leistung, Aerodynamik und eine hochwertige Ausstattung setzt. Die technischen Daten zeigen, dass Focus viel Wert auf Details gelegt hat. Hier die wichtigsten Merkmale:

  • Rahmen & Gabel
    Der Rahmen ist aus Hochleistungs-Carbonfasern gefertigt. Das Modell verfügt über Carbongabel und interne Kabelführung, Scheibenbremssystem (Disc), Steckachse (Thru-Axle) vorn 100×12 mm, hinten 142×12 mm, Flat Mount Bremsaufnahme.
  • Gewicht & Maße
    Für Rahmengröße M wiegt der Rahmen ca. 1050 g, die Gabel zusätzlich etwa 400 g. Das Gesamtgewicht liegt bei etwa 8,80-9,00 kg, je nach Ausstattung ohne Pedale.
    Es gibt sieben Rahmenhöhen, von XXS bis XXL, um eine optimale Passform zu ermöglichen. Geometrisch sieht man sportliche Winkel, kurze Kettenstreben (etwa 410 mm) und eine Streckung, die auf Geschwindigkeit und direkte Lenkreaktion zielt.
  • Schaltung & Übersetzung
    Die Gruppe stammt von Shimano 105 R7100, eine 2×12-Gang Kettenschaltung. Vorne 50/34, hinten 11-34 als Kassette.
    Die Kette ist eine Shimano Deore CN-M6100 12-fach.
  • Bremsen
    Hydraulische Scheibenbremsen vom Typ Shimano 105 R7025 vorne und hinten, mit 160 mm Bremsscheiben vorne und hinten. Diese bieten solide Bremskraft und gute Modulation, vor allem bei unterschiedlichen Wetterbedingungen.
  • Laufräder & Reifen
    Carbon-Laufradsatz Novatec R4, Felgenhöhe ca. 45 mm. Nabenmaßen 12×100 vorne, 12×142 hinten. Bereift mit Vittoria Rubino TLR, 700×28C (folding).
  • Cockpit, Sattel & Stütze
    Lenker: BBB Basic, Alu, Drop etwa 125 mm, Reach etwa 70 mm. Vorbau: FOCUS C.I.S. 2.0 (integriert), Alu, mit Garmin/Wahoo Halterung. Sattel: Selle Royal Groove SRX. Sattelstütze: FOCUS Aero Carbon, D-Schaft, 350 mm Länge, Set-back ca. 15 mm.
  • Sonstiges
    Das Tretlager ist ein Pressfit Road BB86 System. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 110 kg. Der Rahmen nutzt innenliegende Leitungsführung. Die Bremsaufnahme ist Flat Mount.

Negative Gesichtspunkte

Auch wenn die Daten vielversprechend sind, gibt es ein paar Aspekte, die meiner Meinung nach nicht übersehen werden sollten:

  • Wartung & Zugänglichkeit
    Die voll integrierte Kabelführung machen ästhetisch viel her, erschweren aber manchmal Wartungsarbeiten wie das Ziehen neuer Züge, Verlegen der Bremsleitungen oder der Schaltzüge. Besonders bei mechanischen Komponenten – und auch wenn hier hydraulische Bremsen und mechanische Schaltzüge verwendet werden – kann die Zugführung in engen, integrierten Kanälen mehr Aufwand bedeuten.
  • Reifenbreite / Komfort
    Die Standardbereifung mit 28 mm ist sinnvoll für Rennradfans, allerdings sollte man bei ruppigeren Straßen oder weniger perfektem Asphalt nicht zu hohe Erwartungen an Komfort setzen. Etwas breitere Reifen sind unter Umständen angenehmer, aber passen nicht immer optimal in den engen Freiraum des Aero-Rahmens.
  • Einsatzgebiet eingeschränkt
    Wer häufiges Offroad-Gravel, extreme Wetterverhältnisse oder schwere Beladung plant, wird vermutlich andere Rahmengeometrien oder robustere Komponenten wählen. Dieses Rad ist klar für Geschwindigkeit auf der Straße gemacht.

Positive Eigenschaften

Nun zu dem, was mich besonders beeindrucken würde, wenn ich mich entscheiden sollte:

  • Carbonlaufräder mit Profil
    Der Novatec R4 Carbon-Laufradsatz mit ca. 45 mm Felgenhöhe bietet eine starke Balance: Aerodynamischer Vorteil gegenüber flachen Felgen, ohne dass Gewicht und Trägheit überhandnehmen. Das heißt: gute Beschleunigung, gutes Klettern, aber auch ein spürbarer Aeroeffekt (quer und frontal) und bei langen Geschwindigkeiten. Für viele Fahrer dürfte dieser Laufradsatz das Highlight sein.
  • Rahmen und Aerodynamik
    Der Rahmen nutzt NACA-Formen (Windkanal getestet) – das bedeutet, dass nicht nur auf Streß- bzw. Steifigkeitswerte gesetzt wurde, sondern auch darauf, wie der Rahmen durch Luft bewegt wird. Gerade bei Rennrädern zählt jedes Watt, und geringe aerodynamische Verbesserungen, die durch Rahmenform, interne Kabelführung oder eben Felgenprofil erreicht werden, summieren sich über Stunden. Außerdem sorgt das geringe Rahmengewicht (ca. 1050 g in Größe M) für gute Dynamik nach dem Anfahren.
  • Aktuelle 2×12 Schaltung (Shimano 105 R7100)
    Die neueste 105er-Gruppe mit 2×12 macht die Übersetzungsbandbreite größer, Schaltvorgänge feiner, und im Alltag merkt man, dass kleine Gangsprünge in der Kassette helfen, Hügel zu überwinden, ohne extrem die bevorzugte Trittfrequenz verlassen zu müssen. Die Komponenten sind bewährt und bieten ein gutes Mittelmaß zwischen Leistung und Zuverlässigkeit.
  • Bremsen & Kontrolle
    Hydraulische Scheibenbremsen sind inzwischen Standard bei hochwertigen Rennrädern, und hier liefert Shimano 105 R7025 vertrauenerweckende Bremsleistung, besonders bei Nässe und Bergabpassagen. Die Flat-Mount Aufnahmen sowie 160 mm Scheiben vorne und hinten bieten genug Sicherheit und Kontrolle, ohne überdimensioniert zu sein. Das gibt Vertrauen, gerade in langen Abfahrten.
  • Komplettausstattung & Alltagstauglichkeit
    Dinge wie die integrierte Halterung für Garmin oder Wahoo am Vorbau (=C.I.S. Vorbau) zeigen, dass Focus an die Praxis denkt. Wer viel mit Radcomputer fährt, will nicht extra Kabelbinder oder zusätzliche Halterungen. Außerdem ist das Setup mit 28er Reifen brauchbar – nicht ultrabreit, aber genug Spielraum, um Unebenheiten zu verzeihen, ohne dass Rollwiderstand und Gewicht explodieren. Der Komfort ist nicht verloren.
  • Vielseitigkeit durch Größen & Geometrie
    Sieben Rahmenhöhen, gute Geometriewerte, kurze Kettenstreben und insgesamt eine sportliche Balance zwischen Race-Handling und Langstreckenfeeling: Das Izalco Max 8.8 eignet sich nicht nur für schnelle Trainingsrunden, sondern auch für längere Touren, sobald Asphalt und Straßenqualität mitspielen.

Fazit & Zielgruppen

Wenn ich auf Basis dieser Recherche bewerten müsste, für wen sich das Focus Izalco Max 8.8 (2024) besonders lohnt, komme ich zu folgendem Schluss:

Dieses Rennrad ist ideal für ambitionierte Straßenfahrer*innen, die Wert auf Aerodynamik, leichte Komponenten und gute Ausstattung legen, ohne in den allerobersten Preis- oder Innovationsbereich (z. B. Elektronikschaltung) einzusteigen. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, Trainingseinheiten mit schnellem Tempo liebt oder bei Wettkämpfen mitmischen will, wird die Stärken des Izalco Max 8.8 zu schätzen wissen.

Wer weniger auf maximale Geschwindigkeit aus ist, dafür mehr Komfort, Robustheit oder Vielseitigkeit für schlechtere Straßen oder Schotterabschnitte braucht, könnte Kompromisse eingehen müssen – sei es in Form von Reifenwechseln oder Wartungsaufwand aufgrund der Integration.

Insgesamt wirkt das Izalco Max 8.8 wie ein gelungenes Paket: Kein übertriebenes High-End-Raketending, aber ein extrem solides und inspirierendes Rennrad, das Leistung und Alltagstauglichkeit in einem Rahmen vereint – besonders für all jene, die gern wettkampfnah unterwegs sind, ohne sich in unerschwinglichen Ultra-Komponenten zu verlieren.

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